Mercedes-Benz 190 SL

Mercedes-Benz 190 SL Oldtimer

Ein Oldtimer-Traum in creme und rot.


Einer der schönsten und sportlichsten Oldtimer, die in Deutschland je gebaut wurden.

Der Mercedes-Benz 190 SL ist ein Sportwagen, der von 1955 bis 1963 als Cabriolet, wahlweise auch mit Coupédach erhältlich, von Daimler-Benz gebaut wurde (Werksbezeichnung: W 121 B II).

Die Zahl 190 steht in der Verkaufsbezeichnung für den Hubraum in Centiliter gemessen, die Zusatzbezeichnung SL ist die Kurzform für „Sport Leicht“.

Technische Daten

WerksbezeichnungW 121 B II
Verkaufsbezeichnung190 SL
Produktionszeitraum1955 – 1963
KlasseSportwagen
KarosserieversionenCoupé, Cabriolet
MotorenOttomotor: 1,9 Liter (77 kW)
Länge4290 mm
Breite1740 mm
Höhe1560 mm
Radstand2400 mm
Leergewicht1180–1200 kg
NachfolgemodellMercedes-Benz W 113



Unvergessliche und romantische Momente zu zweit. Den Alltag einfach mal hinter sich lassen. Den Tag zu etwas ganz Besonderem machen. Im Mercedes-Benz 190 SL gelingt das im Handumdrehen.

In einem Cabriolet den Wind in den Haaren spüren ist schon ein tolles Gefühl. In einem Mercedes-Benz 190 SL wird aus dem tollen ein geniales und einmaliges Gefühl.

Aber nicht bei jedem Anlass kann man „zerzaustes Haar“ gut gebrauchen. Wer das gute Stück beispielsweise für eine Hochzeitsfahrt zum Standesamt und / oder zur kirchlichen Hochzeit mietet, will sicher in Perfektion ankommen. Da gibt es nur 2 Möglichkeiten. Entweder mit Verdeck oder sehr langsam und gemütlich fahren. Letzteres lohnt sich auf alle Fälle.

Die Geschichte hinter dem Mercedes-Benz 190 SL

Fangen wir ganz vorne an. Anfang der 1950er Jahre wünschte sich Maximilian Hoffman, US-amerikanischer Mercedes-Benz-Importeur, von den Stuttgartern zwei Sportmodelle, um das Modellprogramm in den USA aufzufrischen. Bereits Anfang 1954 standen die ersten beiden Prototypen auf der New York Motor Sports Show. Neben dem großen 300 SL Coupé, das auf Basis des seit 1952 erfolgreichen Rennmodells aufgebaut worden war und mit seinen Flügeltüren eine neue Ära begann, handelte es sich noch um den 190 SL, der als Einstiegssportler ins Portfolio der Schwaben rücken sollte.

Während des restlichen Jahres wurde der noch nicht fahrfertige 190 SL-Prototyp zur Serienreife weiterentwickelt. Dabei wurden auch einige optische Anpassungen durchgeführt. So verfügte das Showfahrzeug noch über eine Lufthutze auf der Motorhaube und glatte hintere Kotflügel. In der späteren Serie fanden sich auf den Kotflügeln ähnliche Lanzetten wie am 300 SL. Im März 1955 wurde die fertige Version schließlich in Genf vorgestellt und ging zwei Monate später in Produktion.

Passend zum Namen sollte der 190 SL mit seiner aerodynamisch geformten Karosserie bis zu 190 km/h erreichen können. Der 1,9 Liter große Vierzylinder-Motor mit seinen 77 kW/105 PS in Verbindung mit dem Leergewicht von 1.180 Kilogramm ließen jedoch nur 175 km/h Spitzengeschwindigkeit zu. Damit gehörte der offene Stuttgarter jedoch keinesfalls zu den langsamen Autos seiner Zeit. Immerhin waren Mitte der 50er Fahrzeuge wie der VW Käfer und die BMW Isetta an der Tagesordnung.

Heiß begehrtes Symbol 

So verwundert es auch nicht, dass bei einem Preis von mindestens 16.500,- DM lediglich Berühmtheiten hinterm Steuer des Mercedes-Benz 190 SL platz nahmen, immerhin bekam man für zwei 190 SL bereits ein ordentliches Einfamilienhaus. Von den 25.881 gebauten Exemplaren gingen 20.636 Fahrzeuge in den Export, größtenteils in die USA. Unter den berühmten Besitzern waren unter Anderem Gina Lollobrigida, Zsa Zsa Gabor, Ringo Starr und Alfred Hitchcock.

Dämpfer durch Skandal

Der bis heute mit dem Auto wohl am Meisten verbundene Name lautet jedoch Rosemarie Nitribitt. Sie arbeitete als Edelprostituierte in Frankfurt/Main. Ihr Markenzeichen war ein schwarzer 190 SL mit roten Ledersitzen, dessen Herkunft nicht 100%ig geklärt ist. Ob sie wirklich soviel Geld bei ihren Freiern aus Wirtschaft und Politik verdiente oder den Wagen von einem ihrer Kunden geschenkt bekam, liegt im Dunkel der Geschichte. Ebenso die wirklichen Umstände ihres plötzlichen Todes Ende Oktober 1957, als sie ermordet in ihrer Wohnung aufgefunden wurde. Der Fall beschäftigte damals ganz Deutschland wochenlang und sorgte in seiner Folge für viele Vertragsstornierungen von 190 SL-Kunden, die kein Fahrzeug mit „fragwürdigem Ruf“ fahren wollten.

So kann sich die Zeit ändern. Was damals rund ein Jahr lang schlecht verkäuflich war, hat sich heute zum gesuchten Klassiker gemausert. Gut erhaltene oder perfekt restaurierte 190 SL durchbrechen immer häufiger die 100.000,- €-Schallmauer. Auf großen Oldtimer-Veranstaltungen sieht man das Fahrzeug zumeist im halben Dutzend. Und wer kann es den Besitzern schon verdenken, bei diesen knackigen Formen?

Der Wagen erinnert nicht ohne Eigennutz klar an den großen Bruder 300 SL. Zum Einen sollte so die Markenzugehörigkeit demonstriert werden, zum Anderen sollte der „kleine SL“ natürlich auch vom sportlichen Ruhm des Großen profitieren. Gegenüber diesem hat die Motorhaube nur einen Powerdome. Anfangs sollte es den 190 SL lediglich in silber geben, was jedoch kurze Zeit später geändert wurde. Bis 1957 gab es 12 Serienlackierungen, ab ’57 schließlich 39 Farbtöne. Vergleichen Sie das einmal mit heutigen Farbkarten. Daneben gab es stets die Möglichkeit eine eigenständige Individaulfarbe oder eine Zweifarblackierung zu ordern. Das optionale Hardtop konnte ebenfalls auf Wunsch in einem Kontrastfarbton bestellt werden. Jenes Hardtop wurde im Übrigen während der Bauzeit mehrfach modifiziert.

Weniger ist mehr!

Die Sonderausstattungsliste des 190 SL ist für einen Mercedes-Benz äußerst kurz gehalten. Neben den bereits erwähnten Lackoptionen enthält sie noch ein Heizungs- und Defrostergebläse, eine Scheibenwaschanlage, eine Lichthupe, einen Bremskraftverstärker, eine kräftigere Hupe, eine Uhr im Handschuhfachdeckel und eben jenen als abschließbare Version. Heute selbstverständliche Dinge kosteten damals also noch ordentlich Aufpreis und verteuerten den offenen Traum auf Rädern noch einmal. Ab dem zweiten Produktionsjahr gehörten diese Details daher auch beim 190 SL zum Serienumfang. Weiterhin aufpreispflichtig blieben die Sonderfarben, in Europa die Stoßstangenhörner (in den USA Serie), das Hardtop mit einer Holzkiste für die Aufbewahrung, Nebelleuchten, ein Becker Radio, Ski-Halterungen, ein dritter Sitzplatz und verschiedene maßgefertigte Reisekoffer. Ab 1961 gab es optional die ersten Sicherheitsgurte.

Innere Werte

Der Innenraum orientiert sich ebenfalls am großen Bruder. Vier MB-Tex-Farben und zehn Ledertöne standen zur Wahl und ermöglichten recht individuelle Kombinationsmöglichkeiten in Verbindung mit der Lackierung. Hinter den Sitzen konnte man wahlweise zwei große Koffer mitnehmen oder den optionalen dritten Sitz quer zur Fahrtrichtung einsetzen. Als Anfang Februar 1963 der 25.881. 190 SL in Sindelfingen das Band verließ, hatte der Wagen über die Jahre einige Modellpflegemaßnahmen über sich ergehen lassen müssen, die jedoch größtenteils beinahe unbemerkt vonstatten gingen. Ob mehr Chrom oder größere Heckleuchten, Stoßstangenhörner mit Kennzeichenbeleuchtung oder lederbezogene Sonnenblenden, alle Änderungen kamen dem 190 SL durchaus zu Gute und machten ihn nur noch besser.

Lediglich 17-mal wurde die Option bestellt, aus dem 190 SL ein Motorsportfahrzeug für Renn- und Rallye-Einsätze zu machen. Hierbei konnte die Frontscheibe durch eine kleine Plexiglas-Scheibe vor dem Fahrer getauscht werden, Stoßstangen und Verdeck verblieben ebenfalls in der heimischen Garage. Anstelle der Serientüren wurden Leichtmetall-Exemplare ohne Seitenscheiben verbaut. Allerdings hatte der Wagen auf den Rennpisten keine großen Chancen, da er in eine Fahrzeugkategorie fiel, in der viel stärkere Konkurrenten antraten. So blieb der größte Erfolg ein Sieg bei einem Rennen in Macau, bei dem ein 190 SL „Sportroadster“ privat eingesetzt wurde. Heute ist kein Original mehr bekannt, allerdings gibt es viele Nachbauten auf Basis von „normalen“ 190 SL Roadstern.

Berühmte Besitzer des Kult-Oldtimers

Prominente Besitzer eines 190 SL waren unter anderem: Gina Lollobrigida, Grace Kelly, Romy Schneider, Frank Sinatra, Cary Grant, Alfred Hitchcock, Maureen O’Hara, Zsa Zsa Gabor, Ringo Starr, Toni Sailer und Rosemarie Nitribitt.

Die Bezeichnung „Nitribitt-SL“

Die Frankfurter Prostituierte Rosemarie Nitribitt besaß einen schwarzen 190 SL mit roten Ledersitzen. Die im Oktober 1957 Ermordete hatte Kontakte zu vermögenden Kunden und angeblich auch zu namhaften Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft. Der nie aufgeklärte gewaltsame Tod der 24-jährigen Nitribitt füllte mit Berichten von hohem Barvermögen und sexuell motivierten Machenschaften ihrer nie identifizierten, sondern lediglich vermuteten Freier aus der Oberschicht monatelang alle Boulevardblätter.

Die Verfilmung dieser Geschichte wurde 1958 Kassenschlager in den Kinos: Das Mädchen Rosemarie mit Nadja Tiller in der Hauptrolle zeigte die in den gehobenen Kreisen der damaligen Zeit herrschende Doppelmoral. Im selben Jahr hatte Daimler-Benz beim 190 SL einen vorübergehenden, aber deutlichen Rückgang der Verkaufszahlen zu verzeichnen – angeblich war das saubere Image des Wagens beschädigt.

Sowohl im Kinofilm 1958 als auch 1996 in der Fernseh-Neuverfilmung von Sat.1 mit Nina Hoss wurde statt eines schwarzen ein roter 190 SL gezeigt.

Bestand in Deutschland und Wertentwicklung des Mercedes-Benz 190 SL

Laut Kraftfahrt-Bundesamt betrug der Bestand der am 1. Januar 2005 in Deutschland gemeldeten 190-SL-Fahrzeuge 1368 Stück.[

Der 190 SL gehört damit aktuell zu den begehrtesten automobilen Klassikern am Oldtimermarkt mit stark steigender Preisentwicklung (nahezu eine Verdoppelung der Marktpreise in den letzten zehn Jahren). Perfekt restaurierte Exemplare kosten bis zu 200.000 Euro. Bei einer 190-SL-Exportquote von fast 80 % wurden in Deutschland nur knapp über 5000 Fahrzeuge ausgeliefert. Die meisten hiervon haben die 1960er/70er Jahre infolge fehlender Rostschutzmaßnahmen nicht überstanden. Originale deutsche Modelle in gut erhaltener Substanz sind selten.

Interessenten müssen häufig in den USA nach einem 190 SL suchen, aber auch da (vorzugsweise in den südlicheren Staaten) gibt es kaum noch gute Wagen. Vorsicht ist bei Reimporten geboten, denn oft lässt sich die Fahrzeughistorie nicht mehr zweifelsfrei nachvollziehen oder es wurden schlampige Reparaturen oder Restaurierungen durchgeführt. Bei einer Restaurierung kann es durchaus vorkommen, dass Summen oberhalb des tatsächlichen Fahrzeugwertes erreicht werden. Insofern kann auch beim 190 SL das in Oldtimerkreisen bekannte Zitat gelten: „Der Erwerb eines teueren Fahrzeugs ist in der Regel der bessere Kauf.“

Mercedes-Benz 190 SL im Vergleich mit seinem „großen Bruder“

Sports Car World führte im April 1957 aus: „Der 190 SL ist ein ideales Straßenauto, das sich leichter als ein 300 SL handhaben lässt. Der 190 SL ist so aufregend wie der 300er auch – in einer ruhigen subtileren Weise. Im 300 SL ist man im Straßenverkehr einfach überbewaffnet, während man mit dem 190 SL gerade richtig bestückt ist. Der 190 SL verfügt über gleich exzellente Lenkeigenschaften, fährt sich genauso sicher, ein vollsynchronisiertes Getriebe, die gleiche Verarbeitungsqualität und eine bessere Hinterradaufhängung. Als sportliches Straßenauto … kommt der 190er unserem Sinn für Perfektion recht nahe.“

Auto Motor und Sport hielt in der Ausgabe 15/1960 fest: „Seinen guten Ruf verdankt der 190 SL nicht nur seinem eleganten Aussehen, sondern ebenso seiner Robustheit und Zuverlässigkeit und seinen sauberen Fahreigenschaften. … Der 190 SL hat sich vieltausendfach bewährt, seine Besitzer sind zufrieden. Fahrsicherheit, Straßenlage Fahrleistungen sind einwandfrei, Karosserie und Verarbeitung sind hervorragend.“

Mercedes-Benz 190 SL

Mercedes-Benz 190 SL Oldtimer

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